Solidarität mit den Aufständischen in Griechenland http://frankfurtathen.blogsport.de Sat, 22 May 2010 13:03:10 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Frankfurt Athen: One crisis, one struggle http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/frankfurtathen-one-crisis-one-struggle/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/frankfurtathen-one-crisis-one-struggle/#comments Thu, 20 May 2010 15:14:58 +0000 Administrator Allgemein http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/frankfurtathen-one-crisis-one-struggle/ window.document.getElementById('post-5').parentNode.className += ' adhesive_post';

Eure Kämpfe sind auch in unserem Interesse!

Bei teilweise strömendem Regen zogen am gestrigen Mittwochabend gut 200 Demonstrant_innen durch Frankfurt am Main, um ihre Solidarität mit den Kämpfenden auf Griechenlands Straßen auszudrücken.
Auf dem anderthalbstündigen Zug wurde wichtigen Stationen in der Frankfurter Innenstadt ein Besuch abgestattet, darunter der Europäischen Zentralbank (EZB), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kfw) sowie dem Griechischen Generalkonsulat. Pointierte Redebeiträge unterfütterten an den einzelnen Stationen die Kritik an den herrschenden Verhältnissen.

Die Beteiligung an der kurzerhand auf den Vorabend des neuerlichen Generalstreiks in Griechenland angesetzten Demonstration war ausgesprochen bunt. Neben zahlreichen Anarchist_innen und Mitstreiter_innen des antinationalen Krisenbündnisses Frankfurt waren auch Studierende, organisierte Kommunist_innen, aber auch Anhänger von attac oder Gewerkschaften stark vertreten.

Eine Antwort auf den Klassenkampf von oben

„Freilich wäre es notwendig, dass auch in Deutschland Hunderttausende von Menschen die sozialen Kämpfe auf die Straße tragen.“ so ein Vertreter der FAU-IAA Frankfurt. Es gebe tausend gute Gründe für einen sozialen Aufstand, und zwar keineswegs nur in Griechenland.

Multimilliardär Warren Buffet hatte 2005 von sich gegeben: „Es herrscht Klassenkampf, richtig, aber es ist meine Klasse, die ihn führt, und wir gewinnen!“ Solange dies bei den Menschen in Deutschland nicht angekommen sei, so der Vertreter der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft, „können wir alle den streikenden Arbeiter_innen, Rentner_innen, den Angestellten, der aufständischen Jugend in Griechenland nur viel Erfolg wünschen, denn ihre Streiks, der Generalstreik und ihre Kämpfe sind auch in unserem Interesse!“

Nationalistische Ressentiments zur Systemstabilisierung

Die von deutschen Medien und der Politik betriebene Hetzkampagne gegen Griechenland kritisierte auch ein Redner des Kritischen Kollektivs scharf. Er wies zugleich darauf hin, wie empfänglich die Menschen in Deutschland offensichtlich für nationalistisch aufgeladene Ressentiments sind. Das Griechenland-Bashing habe letztlich an vielen Stammtischen die Systemfrage vollends verdrängt.

Eine radikale Kritik am Kapitalismus eröffne zwar die Möglichkeit einer befreiten Gesellschaft. Zugleich müsse man sich aber auch regressiven Tendenzen in der Gesellschaft mit aller Kraft entgegenstellen. „Je mehr sich die Krise verschärft, umso wichtiger wird auch der Kampf gegen eine neuerliche Welle des Nationalismus.“

Dankbar sein für das „Hilfspaket“? Wider die Verarmungspolitik in Griechenland

Heftig kritisierte eine Aktivistin des sozialrevolutionären Krisenbündnisses auch das so genannte „Hilfspaket“, für das dankbar zu sein, die Menschen in Griechenland keinen Grund hätten. Das Geld flösse nur gegen die Zusage „schmerzhafter, ja brutaler Reformen“, die vor allem den Arbeiter_innen, Rentner_innen und Mittellosen Schmerzen bereiten.

Deutsche Banken, aber auch die deutsche Rüstungsindustrie profitierten hingegen massiv von dem Hilfspaket, ihre Kredite und milliardenschweren Rüstungsaufträge würden abgesichert. Zugleich drücke sich Deutschland seit über 60 Jahren um die mittlerweile rund 50 Mrd. Euro Reparationszahlungen für deutsche Kriegsverbrechen.

Hierarchiefreie Organisation hat sich bewährt – Geht die Welle der Solidarität weiter?

In insgesamt gelassener Stimmung erreichten die Demonstrant_innen gerade im Bahnhofsviertel viele Passanten, die in die lautstarken Sprechchöre teilweise sogar mit einstimmten, und ansonsten die Szenerie immerhin interessiert vom Straßenrand beobachteten. Neben „Antinationale Solidarität“, „Anticapitalista“ und griechischen Sprüchen wurde vor allem „Soziale Kämpfe in Athen – das System auch hier angehen“ skandiert, aber auch Bertolt Brechts Lied von der „Arbeitereinheitsfront“ kam zu seltener Ehre.

Bei der erneut unangemeldeten Demonstration hat sich auch das Konzept der hierarchiefreien Organisation „von unten“ bewährt. Das spontan aus dem Kreis der Teilnehmer_innen einer Abendveranstaltung der FAU entstandene Solibündnis hatte alle Interessierten dazu eingeladen, den Termin über alle Kanäle weiterzutragen und die Aktion gleichberechtigt mitzugestalten.
Zu Übergriffen der Polizei kam es diesmal nicht. Zwar griffen die Staatsdiener immer wieder in die Routenführung ein, regelten letztlich aber vor allem den Verkehr.

Nach den Solidemos in Köln, Hamburg, Berlin und eben in Frankfurt besteht die Hoffnung, dass sich nunmehr auch in vielen anderen Städten Deutschlands Menschen zusammenfinden, um den neuerlichen Generalstreik in Griechenland mit einer Welle der Solidarität zu begleiten.

Weitere Informationen:

      
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    Rede der antifa [f] http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-antifa-f/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-antifa-f/#comments Thu, 20 May 2010 15:57:16 +0000 Administrator Texte http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-antifa-f/

    Bei dem medial inszenierten Spektakel, das sich gegen „die Betrüger“, „die Trickser vom Mittelmeer“ (Focus) richtet, geht es um weit mehr als Griechenland. Vorsorglich soll über alle Klassenschranken hinweg das verantwortungsvolle staatsbürgerliche Subjekt mobilisiert werden, das sich widerspruchslos in die Maschinerie von Kapital und Staat einpasst. Ein schöneres Gegenbild zum deutschen Steuerzahler als das von den faulen Griechen und ihrem morschen Staat hätte sich auch die PR-Abteilung der Bundesregierung kaum ausdenken können.
    Im Sinne effektiven Krisenmanagements hat sich das korporatistische Modell der deutschen Sozialpartnerschaft, entgegen der landläufigen Meinung von dessen Ableben, das die Kritikerinnen des sogenannten Neoliberalismus glauben beweinen zu müssen, bislang noch einmal vollkommen bewährt. Zu keinem Zeitpunkt hatte es eine andere Funktion, als die institutionalisierte Arbeiterbewegung in Gestalt der Gewerkschaften produktiv zu integrieren, um den Laden aufrechtzuerhalten.

    Als Co-Moderatorinnen der Krisenbewältigung haben die Gewerkschaften bisher ihre Funktion pflichtgemäß erfüllt. So schwadronierte IG-Metall-Chef Huber, sich den Kopf des Kapitals zerbrechend, dass die Branche „über die Krise hinweg müsse“. Er verbrämte den jämmerlichen Abschluss der letzten Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie, in welche die Gewerkschaften erstmalig ohne jegliche Lohnforderungen traten, als „faire Lastenverteilung“. Gesamtmetall-Chef Kannegießer weiß solches Engagement zu schätzen und sprach seinerseits von einem eindrucksvollen „Zeichen gemeinsamen Krisenmanagements“.
    Damit setzt sich fort, was Deutschland in den letzten Jahren ein Exportwunder bescherte und zugleich einer der Gründe für die „griechische Tragödie“ ist. Durch die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften und die Flexibilisierung der Arbeit konnte Deutschland seine Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen europäischen Staaten deutlich voran bringen; so sind Länder wie Griechenland unter verstärkten Druck geraten, während hierzulande von Krisenauswirkungen noch verhältnismäßig wenig zu spüren ist. Von vornherein ging es bei der Schaffung eines einheitlichen europäischen Währungsraumes darum, durch die Verlagerung der Geldpolitik auf eine supranationale Ebene wirtschaftlich schwächeren Staaten die Möglichkeit zu nehmen, durch eine Abwertung ihrer Währung die Position ihres nationalen Kapitals auf dem Weltmarkt zu verbessern.
    Statt dessen sollten die Staaten gezwungen werden, sich durch verschärfte Ausbeutung dem Produktivitätsniveau ökonomisch stärkerer Staaten anzugleichen. Dabei war immer klar, dass dies in Ländern wie Griechenland nicht ohne einen radikalen Angriff auf die direkten wie indirekten Löhne möglich ist. Dieser Angriff wird nun in Griechenland mustergültig vorexerziert, und die Wirtschaftspresse spricht unverblümt aus, dass auch in Italien, Spanien, Portugal harte Einschnitte anstehen. Eben deshalb richten die Herrschenden Europas ihren Blick gebannt auf Athen: Wie weit kann man gehen, bis es knallt?

    Für Deutschland scheint diese Frage weit hergeholt. Doch nicht von ungefähr sind neben den „Pleite-Griechen“ auch die einheimischen Arbeitslosen wieder ins Visier geraten. Im Staatshaushalt für 2010 ist eine Neuverschuldung von 80 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kommen weitere 80 Milliarden für die beiden Konjunkturpakete und gleichzeitig verliert der Fiskus 8,5 Milliarden qua Steuerreform. Der Staat muss diese Verschuldung abbauen. Noch liegen die konkreten Pläne in der Schublade, aber das ganze ideologische Geplärre von „spätrömischer Dekadenz“ seitens Westerwelle und Konsorten lässt erahnen, wohin die Reise gehen soll. Als Kombi- Packung wird die Hetze gegen griechisches „Parasitentum“ und die „Trägheit“ von Hartz-IV-Beziehern von der Charaktermaske Thilo Sarrazin (SPD), seines Zeichens Vorstandsmitglied der Bundesbank, feilgeboten. Er empfiehlt Griechenland den Gang in die Insolvenz und Arbeitslosen einen dicken Pullover, um die Heizkosten zu senken.

    Entgegen aller anders lautenden Beteuerungen ist die Krise noch längst nicht zu Ende. Die Lage der Lohnabhängigen wird sich weiter verschärfen, nicht verbessern, denn Staat und Kapital stehen unter immensem Druck. In Griechenland hilft nur noch eine Radikalkur, in Deutschland dürfte es auf einen zähen Stellungskrieg hinauslaufen. Die linksreformerische Verteidigung des Sozialstaates, die das heilige Kriterium der Finanzierbarkeit überhaupt nicht in Frage stellt, erweist sich in dieser Situation als genauso untauglich wie ein verbalradikaler Maximalismus, der sich völlig abgekoppelt vom Alltagsleben als reine Aufklärungsbewegung in Demonstrationen „für den Kommunismus“ ergeht. Nicht die Verteidigung des Sozialstaates oder leere Worthülsen, sondern Kämpfe für unsere Interessen und Ansprüche legen der Krisenbewältigung Steine in den Weg. Sofern sie auf ökonomische Gesetzmäßigkeiten pfeifen, die Sorge um Staatshaushalt und Standortsicherung lässig zurückweisen und entsprechend rigide geführt werden, verweisen sie im Kleinen schon auf die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft. Nur solche Kämpfe eröffnen überhaupt die Chance, eine Klassensolidarität über nationale Schranken hinweg endlich praktisch werden zu lassen. So könnte eine globale Situation entstehen, in der sich die Aufhebung der herrschenden Produktionsweise als praktisches Erfordernis geltend macht, der Kampf für Forderungen umschlägt in eine Bewegung der Besetzungen und direkten Aneignung.

    Solidarität mit den Aufständischen in Griechenland!
    Für die Krise der kapitalistischen Gesellschaft!
    Hoch die antinationale Solidarität – Den Aufstand globalisieren!

    Redemanuskript der autonomen antifa [f], Frankfurt, gehalten am 19. Mai 2010 vor der EZB in Frankfurt anlässlich der Solidemo mit den Kämpfenden in Griechenland.
    Die Rede ist in weiten Teilen dem Text „Griechische Krankheit   Deutsche Misere“ der Redaktion der Zeitschrift Kosmoprolet entnommen.

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    http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-antifa-f/feed/
    Rede des Kritischen Kollektivs http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-des-kritischen-kollektivs/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-des-kritischen-kollektivs/#comments Thu, 20 May 2010 15:52:02 +0000 Administrator Texte http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-des-kritischen-kollektivs/

    In der Nacht vom vergangenen Sonntag auf den Montag wurde ein Brandanschlag auf die Wormser Synagoge verübt. Es ist noch nicht restlos geklärt, aus welcher Ecke die Täter kommen oder von welcher Spielart des Antisemitismus sie ihre Motivation bezogen.

    Was das mit Griechenland zu tun hat? Nun, bei allen Unterschieden zwischen den antisemitischen Hetzkampagnen der Dreißiger Jahre und der aktuellen Kampagne gegen die Menschen in Griechenland fallen immerhin drei Gemeinsamkeiten auf:
    Zum einen wurden bestehende Klischees „des Griechen“ zu Ressentiments weiter ausgebaut und haben weite Teile der Bevölkerung ergriffen.
    Zum anderen wird in der deutschen Öffentlichkeit – teils subtil, teils offen – den Menschen in Griechenland zunehmend die Schuld an der krisenhaften Lage auch in der Bundesrepublik untergeschoben.
    Und drittens werden die Menschen in Griechenland nun zu Sündenböcken gemacht, und zwar genau aufgrund der Rolle, in die Exportländer wie Deutschland sie erst gedrängt haben. Deutschland hatte jedes Interesse daran, sich Griechenland als Exportmarkt zu halten, zur „Party“, von der gerne gesprochen wird, hat niemand anderes als Deutschland geladen, und es war niemand anderes dringender Wunsch, diese Party auszurichten, als die der deutschen Exportindustrie.

    Forciert von Medienkampagnen und Politikeräußerungen tritt nun auf Wohnzimmersofas und Stammtischen ein von vielen Menschen bereitwillig aufgenommenes Griechenland-Bashing nun vollends an die Stelle jeder Systemkritik. Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft wird immer mehr in einen Widerspruch zu Solidarität zwischen den Menschen hier und dort gesetzt.
    So nähern sich Menschen, die bislang nie politisch auffällig waren, zunehmend deutschnationalen Parolen an, und es fehlt nicht mehr viel, bis „Deutsche zuerst“ oder „Sozial geht nur national“ in der breiten Öffentlichkeit akzeptierte, gar mehrheitsfähige Losungen sind.

    Es kommt daher sehr wohl darauf an, dass wir unsere Kritik am Ganzen auf die Straße tragen.
    Und auch wenn die Kritik am Kapitalismus schlechthin überhaupt erst den Weg aus der Krise weisen und die Möglichkeit einer befreiten Gesellschaft eröffnen kann, reicht sie nicht aus. Es muss uns gleichzeitig auch darum gehen zu verhindern, dass die Schuld an der Ungerechtigkeit in diesem Land auf jemand anderes projiziert wird. Je tiefer die Krise, umso wichtiger wird der Kampf gegen eine neue Welle regressiver, nationalistischer Tendenzen.

    Auch darum zeigen wir uns heute und hier solidarisch mit den Menschen, die in Griechenland auf die Straße gehen für eine andere Gesellschaft.
    Menschen in Deutschland, Griechenland und anderswo: lasst Euch nicht gegeneinander ausspielen!

    Es ist eine Krise und es ist ein Kampf!
    One crisis and one struggle!

    Redemanuskript des Kritischen Kollektivs Mainz/Worms/Mannheim, gehalten am 19. Mai 2010 vor der kfw-Bank in Frankfurt anlässlich der Solidemo mit den Kämpfenden in Griechenland.

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    http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-des-kritischen-kollektivs/feed/
    Rede der FAU Frankfurt http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-fau-frankfurt/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-fau-frankfurt/#comments Thu, 20 May 2010 15:52:01 +0000 Administrator Texte http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/20/rede-der-fau-frankfurt/

    Seit Monaten schon müssen wir uns die Propaganda über die so genannten Pleite-Griechen und die Faulenzer vom Mittelmeer anhören. Phantasiert wird von Luxus-Renten und einem Super-Sozialstaat in Griechenland.
    Bei all den Lügen ging und geht es einzig und alleine um die Mobilisierung rassistischer Ressentiments. Die herrschenden Eliten wollen schon jetzt klarstellen, dass nicht sie die Schuld an den auch hier in Deutschland kommenden Kürzungen im Sozialbereich tragen, sondern eben jene griechischen Frührentner, die nicht arbeiten wollen und nur faul in der Sonne liegen.
    Schließlich – und nur nach der Verabschiedung eines brutalen Sparprogramms durch die Regierung in Athen – wurde die so genannten Griechenlandhilfe freigegeben.

    Doch was hat es mit einer Hilfe auf sich, die von über 70% der griechischen Bevölkerung abgelehnt wird? Die nicht sparen will, wo es nichts mehr zu sparen gibt?
    Bei Durchschnittslöhnen von knapp 800,- Euro.
    Bei einer Durchschnittsrente von 560,- Euro.
    Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 30%.
    Wenn die Regierung zugleich Milliardensummen für U-Boote, Fregatten und Kampfpanzer aus Deutschland und Kampfflugzeuge aus Frankreich überweist.
    Wer hilft hier eigentlich wem?

    Von wenigen Placebo-Effekten, wie der Einführung einer Luxussteuer von sage und schreibe 1% auf Yachten, Hubschrauber, Nobelvillen und Luxuskarossen abgesehen, verfolgt das Schockprogramm, das von IWF und EU über Griechenland verhängt wurde, nur ein einziges Ziel: Wir – die Herrschenden – bezahlen nicht für unsere Krise! Weder in Deutschland, noch in Griechenland, noch sonst wo!
    Dazu ein passendes Zitat des US-Multimilliardärs Warren E. Buffet von 2005: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen!“
    Wer gewinnt werden wir noch sehen!

    Klar ist, die europäischen Eliten wissen, was vom Ausgang des öffentlichen Freilandversuchs in Griechenland abhängt.
    Auch andere Staaten der Eurozone – wie Portugal, Spanien, Irland und Italien – stehen am Rande des Staatsbankrotts und vor ähnlichen Schockprogrammen. Gelingt es dem griechischen Staatsapparat die staatliche Krise zu vergesellschaften – also das Sparprogramm gegen die Bevölkerung durchzusetzen – wird dies ein verheerendes Signal für alle Widerstandsbewegungen in den europäischen Ländern sein, die als nächstes an der Reihe sind!
    Klar ist, es gibt tausend gute Gründe dafür Widerstand zu leisten, und noch einmal tausend gute Gründe für einen sozialen Aufstand! Und nicht nur in Griechenland!

    Morgen, am 20. Mai, wird ein erneuter Generalstreik mit großen Demonstrationen in Griechenland stattfinden. Der Kampf der Streikenden dort wird auch für uns geführt!
    Machen wir ihren Kampf zu unserem Kampf!
    Seid wachsam! Informiert euch! Glaubt nicht den Lügen der Medien!
    Unterstützen wir die Kämpfenden in Griechenland mit unseren eigenen Kämpfen!
    Für die Freiheit – für die Anarchie!
    Solidarität ist eine Waffe!

    Redemanuskript der FAU Frankfurt, gehalten am 19. Mai 2010 vor dem griechischen Konsulat in Frankfurt anlässlich der Solidemo mit den Kämpfenden in Griechenland.

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    Aufruf zur Demonstration am kommenden Mittwoch, 19. Mai um 19 Uhr in Frankfurt/Main http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/12/aufruf-zur-demonstration-am-mi-19-mai-in-frankfurt/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/12/aufruf-zur-demonstration-am-mi-19-mai-in-frankfurt/#comments Wed, 12 May 2010 16:26:27 +0000 Administrator Allgemein http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/12/aufruf-zur-demonstration-am-mi-19-mai-in-frankfurt/ Solidarität mit den Aufständischen in Griechenland!
    Αλληλεγγύη με τους εξεγερμένους στην Ελλάδα!

    Staatsbankrott in Griechenland   deutsche Steuern für griechische Frührentner? Mit solcherart Hetze werden seit Wochen rassistische Ressentiments in der deutschen Bevölkerung geschürt. Prophylaktisch stellen die Herrschenden schon jetzt klar, dass nicht sie die Verantwortlichen für die zu erwartenden weiteren sozialen Einschnitte in Deutschland sind.
    Schuld seien „die Griechen“. Die nämlich, so das in den bürgerlichen Medien der BRD vermittelte Bild, sind korrupt und faul, haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt, um danach ausgeruht mit 50 in Frührente zu gehen. Und nun, in Erwartung rettender deutscher Steuergelder, besäßen sie auch noch die Frechheit, gegen dringend gebotene Lohnkürzungen zu streiken.

    Das ressentimentgeladene Rauschen im deutschen Blätterwald ist die Begleitmusik zur knallharten Durchsetzung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes in der Europäischen Union. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik steht Griechenland seit Anfang des Jahres faktisch unter Zwangsverwaltung. In der EU-Kommission geht die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone um. Nicht nur die griechische Schuldenkrise gefährdet die Stabilität der Gemeinschaftswährung, sondern der als Domino-Effekt befürchtete Bankrott in weiteren Mitgliedstaaten. Die nach monatelangem Gezerre bewilligte milliardenschwere Finanzhilfe von EU und IWF gab es erst nach der Zusage „schmerzhafter Reformen“.
    Die griechische Bevölkerung reagierte mit einem 48-stündgen Generalstreik, Besetzungen staatlicher Gebäude und Fernsehsender und wütenden Großdemonstrationen. Allein in Athen gingen am 5. Mai bis zu 200.000 Menschen auf die Straße. Tausende von ihnen versuchten über Stunden unter der Parole „heute brennt, heute brennt, dieser Puff das Parlament“ eben jenes zu stürmen. Nur mit dem brutalen Einsatz von Sondereinsatzkommandos der Polizei gelang es, die „Volksvertreter“ vor ihrem Volk schützen.

    Während der Demonstrationen kam es zu einem tragischen Zwischenfall, als bei einem Brandanschlag in einem Gebäude der Marfin-Bank drei Bankangestellte an giftigen Dämpfen erstickten. Der Tod dreier unschuldiger Menschen liegt seitdem wie Blei auf den Seelen der kämpfenden Menschen in Athen und Griechenland.

    Wir werden am Mittwoch den 19. Mai in Frankfurt demonstrieren, um unsere Solidarität mit den Kämpfenden in Griechenland auszudrücken und die wahren Schuldigen an der Misere zu benennen!

    Wir sind solidarisch mit den streikenden Arbeiterinnen und Arbeitern, den Rentnern und Rentnerinnen, den Angestellten, der aufständischen Jugend und wünschen ihnen Erfolg.
    Sie kämpfen gegen ungerechte Rentenkürzungen, gegen die Senkung ihrer Löhne und gegen die weitere Verschlechterung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen.

    Ihre Streiks, der Generalstreik und ihre Kämpfe sind auch in unserem Interesse! Gelingt es der griechischen Bevölkerung die Angriffe des Kapitals zurückzuweisen, wird dies den Widerstand der Lohnabhängigen in den anderen Staaten Europas entscheidend stärken!
    Die Bonzen in diesem Land, in Griechenland und in den anderen europäischen Staaten sollen ihre Krise selber zahlen!

    Für die Freiheit, für die Anarchie! Ζήτω η ελευθερία, ζήτω η αναρχία!
    Gegen die rassistische Hetze! Ενάντια στην ρατσιστική προπαγάνδα!

    Demonstration: Mittwoch 19. Mai, 19 Uhr, Frankfurt am Main, Campus Bockenheim
    Διαδήλωση: Τετάρτη 19. Μαΐου, 19μμ, Frankfurt am Main, Campus Bockenheim

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    http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/12/aufruf-zur-demonstration-am-mi-19-mai-in-frankfurt/feed/
    Erste Vorabinfos http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/11/vorabinfos/ http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/11/vorabinfos/#comments Tue, 11 May 2010 09:46:20 +0000 Administrator Allgemein http://frankfurtathen.blogsport.de/2010/05/11/vorabinfos/ Ein breites Bündnis aus undogmatischen Gruppen und Einzelpersonen aus der Großregion ruft auf zu einer Solidemo für die vielen Protestierenden auf den Straßen Griechenlands. Hier die ersten Vorabinfos:

    Es geht darum:

    • den Protestierenden in Griechenland gerade in schweren Stunden Unterstützung zu geben.
    • die von der BILD-Zeitung und anderen Massenmedien, aber auch aus der deutschen Politik geschürte nationalistische Hetze zurückzuweisen.
    • darzustellen, dass die Menschen in Griechenland keineswegs „auf unsere Kosten Party gefeiert“ haben.
    • herauszuarbeiten, dass das „Hilfspaket“ weniger den Menschen in Griechenland, sondern den ökonomischen Interessen der EU dient.
    • klarzustellen, dass es sich auch keineswegs um eine „griechische Krise“ handelt, sondern um eine globale.
    • dagegen anzugehen, dass gerade die armen und prekär Beschäftigten in Griechenland die Kosten dieser Krise schultern sollen.

    Nähere Infos und Aufruftext folgen!

    Hinweis für diejenigen, die von weiter her kommen:
    es wird eine Möglichkeit geben, sich dem Zug noch gegen 20h anzuschließen!

    Mittwoch, 19. Mai 2010, 19:00 – 21:30
    Ort: Frankfurt am Main
    Start: (U) Bockenheimer Warte

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